Masken
Für ihre Collagen verarbeitet Sabrina Jung gefundene Portrait-Fotografien unbekannter Personen. Diese Fotos wurden ursprünglich als Abbilder angefertigt: Sie bestätigten oder erzeugten Identität für die Dargestellten und deren Bekannte.
Die Entfernung der Fotos aus dem privaten Kontext erzeugt eine Anonymisierung der Abgebildeten. Die Fotografien werden zu Relikten und die Zeit ihres Entstehens gewinnt an Bedeutung.
Die Aufmachungen, die Posen und das Umfeld der Dargestellten zeigen sich deutlicher. So werden etwa das Rollenspiel der Geschlechter in seiner jeweiligen Zeit, oder das inszenierte Kinderfoto einer erwachsenen Bildvorstellung erkennbar.
Diese Zusammenhänge nimmt Sabrina Jung in ihren Collagen auf, um sie zu verschieben, zu steigern oder auch zu negieren.
Die Eingriffe von Sabrina Jung erscheinen einfach, doch sie sind radikal. Unsere Bilderwartungen geraten ins Wanken, die Männer tanzen in Frauenkleidern auf den Tischen.
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